
Internationale Azubis finden: sieben Wege, ehrlich verglichen
10. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
54.300 Ausbildungsplätze blieben 2025 unbesetzt. Die Frage ist nicht mehr, ob ein Betrieb international sucht, sondern wie. Sieben Wege, mit dem, was wir von Betrieben und Kammern darüber hören.
1. Arbeitsagentur und ZAV
Kostenlos, seriös, langsam. Die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung arbeitet mit Partnerländern über Programme; für Marokko lief das über THAMM mit der marokkanischen Arbeitsagentur ANAPEC. Gut für Betriebe mit Geduld und für die Berufe, die im Programm sind. Für eine Bäckerei mit Start im September oft zu spät.
2. Sprachschulen im Herkunftsland
Wer die Schule kennt, kennt den Bewerber: Niveau, Fleiß, Zuverlässigkeit über Monate hinweg. Der Haken: Eine Schule in Meknès hat keinen Zugang zu einem Betrieb in Memmingen, und umgekehrt. Genau diese Lücke schließen Vermittler, die mit Schulen arbeiten.
3. Vermittler
Von seriös bis unseriös ist alles dabei. Drei Fragen trennen die Spreu vom Weizen: Verlangt der Anbieter Geld vom Bewerber? (Dann Finger weg, § 296a SGB III.) Nennt er einen Preis, bevor er Ihren Betrieb kennt? Zeigt er Ihnen Sprachzertifikate im Original und führt Gespräche auf Deutsch? Seriöse Vermittler rechnen nach Vertragsunterschrift ab und ersetzen Abbrecher.
4. Eigene Kontakte
Der Mitarbeiter, dessen Cousin in Casablanca Deutsch lernt. Funktioniert erstaunlich oft, skaliert aber nicht, und das Visum müssen Sie trotzdem selbst durchbringen.
5. Jobbörsen und Social Media
Viele Bewerbungen, wenig Qualität, keine Vorprüfung. Die Zeit, die Sie beim Sichten verlieren, ist der versteckte Preis.
6. Netzwerke der Kammern
IHK und HWK bieten Informationsveranstaltungen, Leitfäden und manchmal Matching-Formate. Nutzen Sie sie für die Regeln, nicht für die Bewerber.
7. Nichts tun
Der teuerste Weg: Ein unbesetzter Platz kostet ein Jahr Nachwuchs. Betriebe, die 2025 angefangen haben, haben 2026 Azubis im zweiten Lehrjahr.